Thema der Woche

30.07.2020

Das Geschäftsklima in der Elektroindustrie erholt sich

Nach deutlichen Einbrüchen im Frühling sieht man in der Elektroindustrie Zeichen der Erholung bei den Produktionsplänen und auch beim Geschäftsklima.

Die Corona-Krise hat die deutsche Elektroindustrie in den vergangenen Monaten hart getroffen. Auch der Mai brachte trotz erster Lockerungen der Schutzmaßnahmen heftige Verluste. „Die Stimmungsindikatoren für Juni lassen hoffen, dass wir die Talsohle nun aber durchschritten haben könnten“, sagt Dr. Gunther Kegel, designierter ZVEI-Präsident, anlässlich der „Hannover Messe Digital Days“ Mitte Juli. „Wir registrieren etwa Zeichen der Erholung sowohl bei den Produktionsplänen als auch im Geschäftsklima allgemein. Das lässt uns vorsichtig optimistisch auf die zweite Jahreshälfte blicken.“

So haben die Unternehmen der deutschen Elektroindustrie zuletzt ihre Produktionspläne aufwärts revidiert. Hier stieg der Saldo aus Firmen, die in den nächsten drei Monaten mehr beziehungsweise weniger herstellen wollen, im Juni von minus 38 auf nunmehr minus zehn Zähler.

Auch die allgemeinen Geschäftserwartungen verbesserten sich. „Um es klar zu sagen: Wir befinden uns immer noch deutlich unter den Vorjahreswerten. Aber auch kleine Schritte bringen uns voran“, kommentiert Kegel mit Blick auf die kommenden Monate. Während für Deutschland und die Eurozone eine Erholung absehbar sei, stehe der Tiefpunkt in den USA noch aus. Die Nachfrage aus China hingegen hat sich bereits spürbar verbessert. So haben die Exporte hierhin im April um knapp 18 Prozent gegenüber Vorjahr zulegen können – im Mai gab’s allerdings einen leichten Rückgang.

ZVEI Klima Exporte Geschäftsklima

 

Die Exporte im Frühling

Die Exporte der deutschen Elektroindustrie sind im Mai 2020 gegenüber dem Vorjahr um 21,2 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro geschrumpft. „Der Rückgang fiel damit mehr oder weniger gleich hoch aus wie im April“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Kumuliert von Januar bis Mai dieses Jahres belief sich das Ausfuhrminus auf 9,2 Prozent – bei Lieferungen im Wert von 80,9 Milliarden Euro.

ZVEI Klima Exporte Exporte und Importe

 

Die Exporte in die Industrieländer und in die Schwellenländer gingen im Mai gleichermaßen stark zurück. In den ersten fünf Monaten zusammengenommen gaben die Ausfuhren in erstere um 10,7 Prozent auf 51,7 Milliarden Euro nach und in letztere um 6,3 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro.

Mit 12,9 Milliarden Euro lagen die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland im Mai 14,1 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Zwischen Januar und Mai fielen sie um 8,1 Prozent auf 75 Milliarden Euro.

Die deutschen Elektroexporte ins europäische Ausland kamen im Mai auf 8,3 Milliarden Euro, 20,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dabei gingen die Lieferungen in die EU um 21,1 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zurück, jene in die Eurozone fielen um 22,4 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Besonders ausgeprägt waren die Ausfuhrrückgänge nach Frankreich, Spanien, Großbritannien, Italien und Polen.

ZVEI Klima-Exporte nach Europa

 

Die Exporte nach China, dem größten Abnehmerland, gaben im Mai wieder leicht nach – um 1,3 Prozent gegenüber Vorjahr auf 1,8 Milliarden Euro. „Dieser Rückgang kam insoweit etwas unerwartet, als sich die Lieferungen in das Reich der Mitte im April bereits wieder um knapp 18 Prozent erholt hatten“, so Gontermann. Kumuliert von Januar bis Mai kamen die Ausfuhren nach China auf 9,1 Milliarden Euro, womit sie ihren entsprechenden Vorjahreswert um 4,8 Prozent übertreffen konnten.

Die Lieferungen in die USA, Nummer zwei im Abnehmerranking, brachen im Mai dagegen weiter stark ein. Mit minus 38 Prozent gegenüber Vorjahr auf 1,1 Milliarden Euro waren die Einbußen nochmals deutlich höher als im Vormonat.

ZVEI Klima-Exporte China und USA

 

Messen bleiben wichtig

Wichtig für eine weitere positive wirtschaftliche Entwicklung sei vor allem auch die Leistungsschau der Unternehmen. „Es ist richtig, über den Sommer keine Präsenzmessen stattfinden zu lassen. Dennoch: Messen sind gerade in Krisenzeiten von hoher Bedeutung“, so Kegel. „Sie sind Plattform für Innovationen und Impulsgeber für die Zukunft ganzer Branchen. Die Hannover Messe ist für die Elektroindustrie das Schaufenster zur Welt.“

Die vielfältigen digitalen Alternativen der Messegesellschaften seien zwar wichtig, könnten den persönlichen Austausch aber nicht ersetzen. „Als langjähriger Partner der Hannover Messe setzt der ZVEI darauf, dass es 2021 wieder ein Treffen in Hannover geben wird“, so Kegel.

 

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